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InterConnex

Lok des X68905

Die erste Fahrt im InterConnex – Mein Bericht

In meiner Geburtstadt Leipzig fand ein Familientreffen und nach kurzem Überlegen entschied ich mich den InterConnex zu probieren.

Matthias – 4. April um 22:16
„32€ Bahn (ICE / Bonusmeilen / Fahrtdauert: 69 Minuten) – oder 28€ Inter-Connex (Bahn-Konkurrenz / Fahrzeit: 79 Minuten) – Ich bin innerlich zerrissen“

Max Yang „Natürlich Connex. In den Open-Access-EVUen liegt die Zukunft.“
R.B. „?Meine Erfahrung: wenn DB-fahren für dich erträglich ist…Wirst du dich im Interconnex fühlen wie im Himmel. Ich hab das letzens nach Leipzig gemacht. Reservierung hatte ich zwar…war aber kaum nötig. Unfassbar freundliches Personal, möglichkeit im Zug Tiket zu kaufen. Im ersten Wagen An jedem Platz Steckdosen, warum auch immer besseren Empfang mit dem Handy als bei der DB, günstiger, Service in form von Kaffee und Snacks…unheimlich bequeme Sitze, gutes Klima, ruhige Schienenlage und wenn das alles noch nicht überzeugt…: Die sind deutlich öfter pünktlich und die verspätungen kann man sich im Internet live anzeigen lassen.
Also ich fahr jetzt nur noch mit denen wenn ich kann: zwischen der DB und denen liegen UNIVERSEN… ich wollt gar nimmer aussteigen.“
Matthias Ja ich ich wollte auch mal Sitzplatzreservierung machen um mir nicht evtl das erste Erlebnis zu vermiesen. Doch schon die Buchung ist ein Highlight. Auch wenn laut Buchungsplan nur in einem Waggon Steckdosen sind (immerhin) Die dreizeiligen Plätze kosten übrigens gleich viel wie die vierzeiligen
AWG Gibt’s da überhaupt ne erste Klasse? 😉
Matthias & Max (…)
AWG Also eine klassenlose Bahn wie die ODEG? Schrecklich ;o)
Matthias & Max (…)
AWG Doch Steckdosen gibt es. Und weniger nervende Leute 😉
Max (…)
AWG Aber er [der Zugbegleiter] bringt Dir kein Essen an den Platz 😉

Was ist InterConnex?

Streckenverlauf zwischen Berlin und Leipzig

InterConnex ist ein Marke der Ostseeland Verkehr GmbH, ein Tochterunternehmen der Veolia Verkehr GmbH, das Deutschlands einzige private Fernbahnlinie, nämlich zwischen Rostock und Leipzig via Berlin anbietet. Es gibt zwei Verbindungen pro Tag, wobei die Verbindung zwischen Rostock nach Berlin nur vormittags angeboten wird und die Rückfahrt nur nachmittags.

Der Inter-Connex verkehrt zwischen Berlin und Leipzig auf der ICE-Strecke Berlin-Leipzig, also über Berlin-Südkreuz, Ludwigsfelde, Luckenwalde, Jüterbog, Lutherstadt Wittenberg, Bitterfeld, Delitzsch, Leipzig.

Einfach einsteigen!

Da ich etwas die Zeit vergaß musste ich mich schnell zum Bahnhof Berlin-Südkreuz begeben. Blöderweise kam dann die gr0ße „Überraschung“. Wegen eines Polizeieinsatzes waren wieder auf dem S-Bahn-Ring Verzögerungen angesagt. Ich erreichte den Bahnhof Südkreuz bei der Einfahrt des InterConnex mit der Zugnummer X68905.

Steckdosen am bzw. überm Platz

Da ich einfach nur die Treppe herunter hechtete stieg ich in einen beliebigen Waggon ein. Drinnen fand ich allerdings keinen Indikator in welchem Wagen ich mich befand, vielleicht hab ich auch nicht alzu sehr drauf achtet. Ich fragte daher einen Zugbegleiter, der trotz diese dummen Frage äußerst freundlich beantwortete. Pluspunkt für den InterConnex, bei der Bahn wird dann doch sehr harsch geantwortet mit der Bemerkung man hätte das doch sehen können.

Im Zug

Sitzplatzreservierung bei der Online-Buchung

Ich hab mir bei der online Ticketbuchung einen Platz im Wagen Nr.6 de Platz 12C reserviert. Die Sitzplatzreihen 6 bis 14 sind im InterConnex Plätze auf erste Klasseniveau, das heißt das Abteil ist mit Glaswänden und -türen von dem restlichen Zuggetrennt, es gibt an jedem Sitzplatz Steckdosen, einen 3,5mm-Klinkenanschluss mit dem vorort verfügbaren Radioprogramm. Die Sitzplätze sind minimal breiter es gibt nur drei Plätze pro Reihe dadurch mehr Beinfreiheit und breite Gänge. Die Plätze der „ersten Klasse“ kosten allerdings nicht mehr. Zwar sind die Züge gut ausgelastet, so finde ich das Reservieren überflüssig, wenn man von den Einzelplätzen absieht, oder man nach der Ausfahrt in Berlin kurz Abwartet das alle reservierten Plätze eingenommen wurden. Da Leipzig die Endstation ist kann man sich dann sicher sein das niemand mehr einem den Platz strittig macht.

Im Zug herrscht eine angenehme ruhige Atmosphäre. Das mag natürlich zu einem daran liegen das diese Non-Stop-Strecke jetzt nicht geeignet ist die typischen Vorstadt-Prollo-Gruppen (Vierergrüppchen) in die Großstädte zu transportieren. In den Mehrzweckabteilen gab es Familien aber alles erträglich. Also so wie es im Intercity der DB auch wäre.

Bordradio von Blaupunkt

Der InterConnex fährt mit einer Wagengarnitur der Nord-Ostsee-Bahn, das sind sechs Married-Pair-Wagen (BT-3334 LVS SD) von Bombardier Transportation die von einer Baureihe 146 (Vorgänger der TRAXX AC/DE) gezogen wird. Das sind vollklimatisierte Reisezüge, die einstöckige Variante der Bombardier doppelstöcker, mit Fernverkehrssitzen statt der Regionalzugsitzen.  Die Züge fahren im zweiwöchentlichem Austausch eigentlich zwischen Hamburg und Westerland (Sylt). Es gibt Leselampen, ein stufenloser Durchgang vom ersten bis zum letzten Wagen, behindertengerechte Toiletten, Fahrrad-/Mehrzweckabteile. Der Zug hat sehr ruhige Laufeigenschaften. Obwohl der InterConnex ein kleineres Lichtraumprofil hat als beispielsweise der Intercity oder Intercity Express der DB, so sind die Fenster größer was vorallem am relativ flachen Einstieg liegt. Man kan am Platz aufrecht stehen, da die Gepäckablade nicht wie im ICE direkt über dem Kopf ist (dort auch nur das schmale Fensterband). Positiv fällt auch auf das viel Holzverkleidung verbaut wurde. Es gibt ausklappbare Tische.

Tickets

Bonuskarte (Vorderseite)

Bonuskarte (Rückseiteseite)

Die Tickets und auch die Online-Tickets sehen aus die von der DB nur mit einem anderen Logo drauf. Die Fahrkartenkontrolle ist freundlich, auch bei einer junge Frau die sich hierhin verirrt hat (der DB Regio Automat hat den InterConnex als Auweichroute für den verpassten Anschluss herausgespuckt) ist der Zugbegleiter geduldig und freundlich. Die Frau kaufte am Ende einen Zug im Ticket für 23€ im Vorverkauf kostet sonst ein Ticket 19€ dieses ist umtausch- und erstattbar. Offline gekaufte InterConnex-Tickets sind 5 Wochen ab dem ersten Tag gültig, Online-Tickets 2 Tage ab dem ersten Geltungstag. Daneben gibt es noch einen Supersparpreis für 14€ die nicht umtausch oder erstattbar sind und mit einer Zugbindung versehen sind. Bei Gruppen ab sechs Personen sind Preise ab 9,50€ p.P. möglich inklusive der Platzreservierung. Es gibt eine Art Bonus-Meilen-Karte, die man sich abstempeln lassen kann. Jede elfte Fahrt binnen einen Jahres wird so kostenfrei. Tickets gibt es auch an Verkaufsstellen wie den Bahnfüchsen (Köpenick, Spindlersfeld, Dahlem oder online) an allen BVG-Verkaufsstellen sowie vielen Reisebüros aber auch direkt im Hotel am Schalter.

Service

Wie bereits das Personal ist freundlich, ich finde alle Zugbegleiter und Zugbegleiterinnen soll sich eine Flugzeugstewardess oder auch eine InterConnex-Mitarbeiter zum Vorbild nehmen.

Der InterConnex hat ein Catering an Bord, mit einer am Platzbedienung durch die Zugbegleiterin. Es gibt alkoholische und nichtalkoholische Getränke so wie kleine Snacks und Imbiss. Ein Bild der Snackkarte gibt es in Torstens privater Blog

Faltblätter, Informationen, Vergünstigungen und Fahrgastrechte befinden sich im Eingangsbereich der Waggons.

Fazit

Ich war zwar voreingenommen durch eine positive Grundeinstellung zu privatem Wirtschaften. Allerdings war ich bei dieser Fahrt so rund um zufrieden wie schon lange nicht mehr.

Noch zu hervozuheben ist die Pünktlichkeit der InterConnex (durch seine waggonbedingte Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h) benötigt für die Strecke Berlin-Leipzig etwa 10 Minuten länger als der ICE der etwas mehr als eine Stunde dafür braucht. Jedoch liegt es scheinbar offenbar auch daran das InterConnex eine größere Toleranz in die Fahrzeit miteinrechnet. So fuhr der Zug in den letzten Minuten deutlich langsamer und wartete teilweise auf dem Gleisvorfeld des Leipziger Hauptbahnhofs, bevor er pünktlich Einfuhr. So ist er an dem Kopfbahnhof vor Verzögerungen gewappnet, durch verspätete DB Züge, blockierende Ausfahrten usw.

Diese Erfahrung machten bereits auch einige Freunde von mir so wie einige Blogs im Internet:

http://www.torstenmaue.com/der-interconnex-ein-erfahrungsbericht/

http://pauschalreise-blog.de/der-interconnex-mehr-als-ein-ersatz-zur-deutschen-bahn/

Update 1 – Geschichtliches:

InterConnex feiert zur Zeit seinen zehnten Geburtstag, und hat den Super-Sparpreis entsprechend benannt. Vor zehn Jahren fur die erste Zuggarnitur damals noch im „Talent“ von Rostock über Berlin nach Gera. Es wurden noch zwei weitere Strecken aufgebaut InterConnex2 und 3 die sogar in alte Bundesländer fuhren, die allerdings wegen der Randzeiten und der unbekannten Marke nicht gut nachgefragt wurden. Zudem wurden auch die Haltestellen in Bitterfeld und Wittenberg eingestellt. Der InterConnex wollte damals den eingestellten InterRegio ersetzen ein Fernzug der auch in den Kreisstädten wie Peine, Stendal, Brandenburg hielt aber dennoch schnell war. Ich vermute das es nachwievor ein großes Problem ist das für jede neue ausgeschriebene Strecke ein neues Tochterunternehmen gegründet wird und diese eine neue Marke kreiert. So wird die in ganz Deutschland tätige Veolia Transport gar nicht wahrgenommen.

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