Allgemein

2014 Formel 1 kurz erklärt.

Vor zwei Wochen, hat die aktuelle Formel1 Saison begonnen. Also schnell wieder auf den aktuellen Stand kommen.

Dieses Jahr beginnt eine neue Ära, komplett neues Reglement wie zuletzt 2009.

  • Die Motordrehzahl ist jetzt auf maximal 15000 Umdrehungen pro Minute begrenzt. Früher waren es 18000 und die Motoren sind oft bis zur Abregelung gefahren. Dieses Jahr hab ich so Drehzahlen bis 11000 gesehen, meist sind sie so um die 10000 UPM
  • Statt mit 2,4-Liter-V8 Saugmotoren fährt die Formel1 seit diesem Jahr mit 1,6-Liter-V6 Turbomotoren. Das heißt aber nicht das die Motoren weniger Power haben. Ganz im Gegenteil. Leistungsmäßig bringen die neuen Motoren sogar mehr PS.
  • Das liegt vorallem am Turbo aber auch an den Energie Rückgewinnungs Systemen (ERS). Streng genommen handelt es sich nicht mehr um einen Verbrennungsmotor. Sondern ein ganzes Antriebssystem, um einen Verbrennungsmotor der mit zwei Elektromotoren ergänzt ist. Diese Elektromotoren können mit Strom aus einer Batterie das Autoantreiben oder mehr Leistung zur Verfügung stellen. Sie aber auch als Generator arbeiten Energie zurückspeisen und dabei den Wagen abbremsen. Daher spricht man bei den Elektromotoren auch von den MGUs Motor Generator Units.
  • Eine MGU ist an der Antriebswelle des Motors dran. Das ist mehr oder weniger das KERS aus den letzten Jahren. Jetzt heißt es ERS-K (Energy Recovery System Kinetic). Wie beim gewöhnlichen Hybridauto hilft dieser Motor bei der Beschleunigung. Er kann auch beim Bremsen der Hinterräder helfen und dabei die Batterie aufladen.
  • Eine MGU ist mit der Welle der Turboturbine verbunden wird ERS-H (Energy Recovery System Heat) genannt. Sie produziert Strom wenn der Motor läuft und die Abgase die Turbine antreiben. Die Turbine Luft ansaugen und komprimieren mehr Sauerstoff = bessere Verbrennung = mehr Power. Normalerweise dauert es immer eine Weile bis der Turbo aufgeladen ist und Luft in den Motor schauffelt, da ja erst eine Motorverbrennung samt Abgase notwendig ist um die Turbine antreiben. Die Zeit wenn man aufs Gaspedal drückt bis zu dem Zeitpunkt wenn die Abgase bei der Turbine ankommen mehr Luft ansaugt heißt Turbolag. Nach dieser Zeitverzögerung kommt dann der Turbo-Boost. ERS-H kann die Turboturbine schon vorher auf Umdrehungen bringen bevor die Abgase ankommen und die Luftansaugung diesen Job übernehmen kann und die sonst nutzlose Abgase nutzbar macht.
  • Ein Rennen darf ab diesem Jahr nur noch mit 100 kg Sprit gefahren werden. Das ist etwa 30-40% weniger als in den letzten Jahren. Das geht nur mit der oben genannten Effizienzsteigerung.
  • Da die Turbomotoren unglaublich viel Power haben und man die Sorge hat das die Autos zu schnell werden und alles extrem unsicher wird, ist zusätzlich die Spritz zufuhr begrenzt. Es dürfen zu keinem Zeitpunkt mehr als 100 Sprit pro Stunde überstiegen werden.
  • Statt 7 Gängen können jetzt 8 verwendet werden. Die Übersetzungen können selbst gewählt werden müssen aber wärent der Saison nicht mehr verändert werden.
  • Aerodynamisch sind die Flügel kleiner geworden, mit den Elektromotoren haben die Autos jetzt deutlich mehr Drehmoment durchdrehende Räder bis in den dritten oder vierten Gang. Dennoch bleiben die Autos quasi umgedrehte Flugzeuge. Die Flügel drücken die Autos auf den Boden obwohl sie eigentlich total leicht sind (Mindestgewicht 690 kg inklusive des Fahrers). Wenn eine Straße entsprechen geformt wäre, könnte ein Formel1-Wagen bei 140 km/h kopfüber an der Decke fahren.
  • Aus Sicherheitsgründen muss die vordere Crashstruktur tiefer anfangen, dabei wäre es für die Aerodynamik besser wenn sie oben bliebe. Die Teams (11 Stück) haben daher komplette neu Entwicklungen gemacht und tatsächlich sehen die Autos diesmal völlig unterschiedlich aus.

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