Trippin

VW E-Mobilitätswoche

Ich war am Sonntag bei der VW E-Mobilitätswoche. Dort angekommen ging ich schnell zur Anmeldung für Testfahrten und fünf Minuten später ging es schon los.

Der VW e-Golf sieht unspektakulär aus wie ein ganz normaler Golf. Also ein Wolf im Schafspelz. Also auf jedenfall besser als ein i-MieV. Was erst mal auffällt: Der e-Golf hat den Schalthebel wie man ihn aus den Autos mit Automatikschaltung kennt. Und das obwohl dieses E-Mobil gar kein Schaltgetriebe hat. Mit dem Hebel kann man auswählen, P (Parken), R (Rückwärts/Reverse), N (Neutral), D (Drive) und B. Moment mal B? B steht für Bremse oder so. Erst dann ist die Rekuperation eingeschaltet. Der Aufmerksame leser merkt jetzt, das die Rekuperation standartmäßig aus ist. Man kann auch im D-Drive-Modus energie zurückgewinnen, dazu muss man den Schalthebel zur Fahrerseite nach links ziehen. Der Testfahrt-Begleiter von VW behauptet das Rekuperation nur in hügelig bis bergigen Gelände etwas bringt. In der flachen Stadt sei gleiten also ausrollen effizienter (erfordert aber vorrausschauendes Fahren) und wenn man auf eine Ampel zurollt könne man ja noch die Nutzbremse dazu schalten. Mich überzeugt das nicht.

Ansonsten solides Fahrzeug wie man es von VW kennt, mit dem Fahrspass von einem Elektromotor. Auch VW nutzt wie Tesla einen Touchscreen allerdings mit 7″ bis 10″ Durchmesser. Die Navigation zeigt einem hell immer den Bereich an den man hin und zurück ereichen kann. Grau wird gezeigt was nur mit einem One-Way-Trip zu erreichen ist.

Besonderheit ist wohl der Leistungsanzeiger, neben dem Tacho. Bei VW nennt sich das ganze Powermeter das ist ein Drehzeiger-Instrument und zeigt die gerade abgerufene Leistung an aber nicht in kW denn dann könnte man ja nicht den gleichen Anzeiger nehmen, wie im anderen Golf. Sondern es zeigt die Leistung in Prozent geteilt zu 10 an. Ich vermute zur Zeit das 100% auf die 85kW des Elektomotors bezogen sind. Naja wer es cool findet. Der Beruf des Tacho-LED-Tuners wird also nicht aussterben.

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Nach der Testfahrt bin ich noch mal in die Ausstellung gegangen. Dabei hab ich allerdings die Show und Führung verpasst und lief dann selber durch. Dabei machte ich mit meiner Nikon D3100 Bilder die ich hier zur Begutachtung stelle. In der Halle gab es dann ein paar Quizspiele, Carrera-Bahn mit Fahrraddynamo antreiben und eine Photobooth.

Mich beeindruckten mehr die ausgestellten Prototypen, das ein Modell von einem aufgeschnittenen Motor (siehe Gallerie) und der VW e-Golf, VW e-Up, und ein Hybridwagen ohne Karosserie sondern nur mit Antriebsstrang und Fahrgestell/Chassis gezeigt wurden. Die Chassis mit Motor hab ich allerdings nicht fotografiert, wollte dann nicht zu aufdringlich sein und mich da mit der Kamera durchdrängeln. Es handelt sich aber um einen Frontantrieb, dabei sind alle Räder mit der MacPherson-/Federbein-Achse aufgehängt. Die Batterie befindet sich teils unterflur und im Fahrzeugtunnel.

Der aufgeschnittene Motor ist vom VW e-Up. Es ist ein Dreiphasen-Drehstrommotor aber als permanentmagneterregte Synchronmaschine. Richtig Permanentmagnete kein Kurzschlusskäfig wie beim Dreiphasen Induktionsmotor von Tesla. Mich hat das erst mal sehr überrascht und zwang mich gleich zu einer Nachfrage. Der VW Mitarbeiter behauptet das wäre günstiger, trotz der Problematik mit den seltenen Erden. Ich sehe noch den Nachteil das Wechselstrommotoren mit Permanentmagneten zum Kippeln neigen, bzw. die Kräfte ausgleichen, daher müssen die Motoren noch in schwung gebracht werden z.b. mit einer Induktionswicklung die später abgeschaltet wird. Dazu kommen noch Encoder die ausgewertet werden müssen. Vorteil ist wohl auch das der Motor synchron läuft zumindest ohne Last 😀

Überhaupt wird viel VW-Technologie im e-Up und e-Golf wieder verwertet, beispielsweise das Differenzial was aus der Kameraperspektive leider nicht zu sehen ist, und Achsen der Motor wird quasi zwischen die bestehenden Antriebsachsen gesetzt.

Der e-Up ist bei 130km/h abgeregelt und der Motor macht 13000 Umdrehungen pro Minute. Die T-förmige Batterie wiegt 230 kg beim Up und 318kg beim e-Golf.

Am Ausgang gab es dann noch Slush-Eis. Die Veranstaltung war so mäßig besucht, hab schon vollere gratis Messen gesehen. Die Essensstände draußen fast komplett leer Wetterbedingt. Und viele Rentner, die ständig fragten wo denn die Kupplung sei oder die Gangschaltung.

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