Am Samstag waren Max und ich auf der Expolingua 2015. Eine Messe bei der sich alles um Sprachen und das Lernen dieser dreht. Ich wurde auf die Messe Aufmerksam da in der App HelloTalk die ich hin und wieder nutze eine Chat-Nachricht kam das sie Helfer für ihren Messestand suchen. Okay daran war ich nicht interessiert aber eine günstige Messe mit jeder Menge Freikarten, warum nicht?


Max und ich hatten uns für 13 Uhr verabredet. Als ich am Russischen Haus in der Friedrichstraße ankam, war dort gerade eine Demonstration der GEW1Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf der Straße. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, das übliche halt. Max wartete am Eingang und war schon in ein Gespräch mit einer Demo-Teilnehmerin verwickelt. Nach dem ich ihn begrüßte, zückte er unsere Freikarten. Die Demonstrantin sagte „Ah, wir sind ja hier die Gegenveranstaltung“ und ich fragte ja wieso das denn. Die Antwort war ja da drin wird Bildung verkauft. Aha.

Ich habe überhaupt nichts gegen private Bildung, jeder nach seinem Geschmack, Interesse, Tempo. Ich weiß auch nicht was gegen Sprachtandems und deren Vermittlung spricht. Oder Bildungsreisen, das kann und meiner Meinung nach soll der Staat das auch nicht anbieten. Schließlich ist das auch echt ein weites Feld und wo soll da die Grenze gezogen werden. Tanzlehrer, Sporttrainer und andere Schauspiel-Coaches sie vermitteln auch Wissen und Übung. Und von Luft und Anerkennung kann man auch nicht leben, also finde ich es völlig in Ordnung das sowas Geld kostet.


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Der Eingang
©2015 ematti CC BY-SA

Wir gingen rein. Drinnen wuselten Leute umher. Ich sah sofort den Stand von HelloTalk ich kam mit den Frauen vom Stand ins Gespräch. Über die App die ich übrigen echt cool finde. Jedenfalls bekam ich als User dann ein Give Away Package und ein Polohemd, zuhause stellte ich fest es ist in Größe XL. Also wenn jemand XL trägt, mal bescheid sagen.


Beim Stand der Bundesvereinigung der polnisch-Lehrer fand Max ein für ihn interessantes Buch: Polnisch im Bahnverkehr. Das ist wohl notwendig damit grenzüberschreitender Bahnverkehr möglich ist, besonders im Güterverkehr. Danach gingen wir durch den Foodcourt wo es eine Tapete zum bemalen gab, auf diese wurde eine Weltkarte projiziert und jeder konnte sich da verewigen.


Ich unterhielt mich danach mit dem Stand der Ido Plansprache. Ido ist eine esperantide Sprache. Esperanto und Ido-Sprecher können sich angeblich noch verständigen. In Ido enden alle Nomen auf -o oder auf -i im Plural. Verben enden auf -ar. Ob man Plansprachen nun wirklich braucht, keine Ahnung. Viele Werben damit das sie einfach zu lernen seien. Doch viele Leute lernen auch sehr schwere Sprachen wenn es nötig ist. Ido hat eben auch Wortflektionen. Auch sind viele Plansprachen gar nicht so neutral wie sie von sich behaupten, und weißen ein großes europäisches Vokabular auf.


Ich habe mir noch die App ‚Tandem‘ erklären lassen, die ist so wie HelloTalk nur einfach reduzierteres Interface und Videochat. Die Tandem-App gibt es nur für iOS und nicht für Android (stand November 2015).


Wir liefen noch ein wenig umher und ließen z.B. unsere Namen ins koreanische Hangeul transkribieren.

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Zuletzt kamen wir zum Stand von ETEE 泛學 (Explore Taiwan Educational Excursions) ein, taiwanesischer Sprachreiseveranstalters. Wir haben uns die Touren und Camps erklären lassen. War eigentlich cool schon mal über ein zukünftiges Reiseziel sich zu unterhalten. Gut war auch das die tatsächlich aus Taiwan kamen. Jenny Lu, die uns das alles erklärte war übrigens laut Webseite mal Miss Taiwan 2011. ETEE kombiert täglich drei Stunden (mandarin) chinesisch Unterricht am morgen mit Touren und Exkusionen am Nachmittag und Abend. Das kann dann eine Reise quer durchs Land sein oder Stadtausflüge in Taipeh, Taichung, Kaohsiung. Es gibt Wander-Touren, Gourmet-Touren.

Und Essen in Taiwan soll der Hammer sein, als die Republik China nach Taiwan flüchtete kamen so Leute aus allen Regionen Chinas auf einer relativ kleinen Insel zusammen. Daher gibt es auf Taiwan eine riesige Vielfalt sämtlicher chinesischer Küchen.

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Give Aways
©2015 ematti, CC BY-SA

Alles in allem hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt, und war echt interessant. Und ganz nett für einen Samstag nachmittag. Es gab auch noch Diskussions-Panels und Keynote-Speaches, Poetry-Slams, die haben wir aber nicht mitgenommen. Viele dort waren natürlich zweisprachig aber ich glaube die Polyglots treffen sich auf anderen Veranstaltungen. Das wars vom letzten Wochenende, checkt doch auch mal das Blog von Max: www.fischerinsel.org (shout out)


Fußnoten   [ + ]

1. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

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