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Von Hoverboards/E-Boards, Pedelecs und E-Roller.

Einige von euch wissen das ich als Ingenieur irgendwie an Elektromobilität interessiert bin. Heute schreib ich mal wie quer hier die Sachen in Deutschland sind.

Wir leben nicht mehr im Land der Dichter und Denker sondern im Land der Bedenkenträger. Wenn man sich mit etwas fortbewegen kann und das mit mehr als sechs Kilometer pro Stunde, dann gibt es Schwierigkeiten. Deswegen die Elektro-Rolatoren mit Senioren an Bord auch auf dem Fußweg fahren.

Ich finde ja auch nicht das man umbedingt auf dem Fußweg fahren muss aber vielleicht auf dem Radweg. Ich fahr meinerseits mit dem Fahrrad lieber auf der Straße selbst wenn es für den Fahrrad weg eine Benutzungspflicht gibt. Weil oft gelten diese Fahrradwege nur für einige hundert Meter. Und oft sind diese an Kreuzungen gefährlich schlecht einsehbar. Ich hab mal gesehen wie eine Frau an der Konstanzer Straße von einem rechtsabbiegenden LKW vom Fahrrad geräumt wurde.

Hoverboard Technologie, Illegal und Abzocke

Vielleicht habt ihr so ein Teil schon in Berlin, bei Youtube oder in einem Snapchat-Snap von irgendwelchen Prominenten. Hoverboard, E-Board, Lenkerlose-Balanceboards. Es gibt für sie hunderte Namen. Wahrscheinlich ist E-Board ein ganz guter Name, schließlich beschreibt das Hoverboard etwas ganz anderes.

Hoverboards sind in Deutschland nicht zugelassen. Hoverboards können mehr als 6 kmh fahren ohne Muskelkraft. Daher sind sie Fahrzeuge die eigentlich versicherungspflichtig und müssten auf der Straße fahren. Das wiederum dürfen sie auch nicht wegen der fehlenden Schutzausrüstung für den Fahrer. Sie teilen sich dieses Schicksal mit den Elektro-Skateboard / Boosted-Boards.

Egal falls sich trotzdem jemand für die E-Boards interessiert. Hier in der westlichen Hemisphäre gehen die Dinger hauptsächlich von IO Hawk für 1500€ über den Ladentisch. Bei Karstadt Sport gibt es die Teile für 600€ (http://www.karstadtsports.de/highlights/hover-board/). Man kann die auch direkt in China von der Fabrik bestellen. Ich hab mich mal bei Alibaba.com umgesehen dort gehen die für 200€/Stück weg, dann muss aber auch die Einfuhrumsatzsteuer bezahlt werden.

E-Bikes / Pedelecs Die Fahrräder

Was unterscheidet ein Pedelec von einem E-Bike. Ein E-Bike kann schneller fahren als ein Pedelec. Rechtlich gesehen ist ein E-Bike kein Fahrrad. Man darf es nur auf der Straße fahren und es erfordert ein Versicherungskennzeichen und man benötigt einen „geeigneten“ Helm.

Ein Pedelec hingegen ist eine Trittunterstützung die degressiv bis 25 Kilometer pro Stunde funktioniert. Heißt der Motor unterstütz einen bis 25 Kilometer pro Stunde und schaltet sich dann ab. Danach ist es nur noch Muskelkraft. Macht das Sinn? Ja definitiv, wenn man in Berlin nicht auf der grünen Welle fährt, also ich mein die Ampelschaltung, dann muss man ständig bremsen. Was kommt nach dem Bremsen? Wieder anfahren, anstrengend anfahren. Und niemand will verschwitzt bei der Arbeit ankommen aber trotzdem mit dem Fahrrad zur Arbeit oder Uni fahren weil es in Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Charlottenburg oder Mitte eines der schnellsten Transportmittel ist.

Das Problem ist Pedelecs sind mega teuer. Die meisten Kosten 2000€ oder mehr. Ich find den Preis angesichts der verwendeten Technologie eine Unverschämtheit. Ich hab ein Fahrrad mit Stahlrahmen der locker stabil genug ist. Daher hab ich mich mal nach Umbausätzen, Kits umgeschaut. Die meisten kosten etwa 270-300€ okay gut. Dann gibts es noch so Services wie das einspeichen des Motors in das Heckrad, okay auch gut. Aber dann muss man noch einen Akku kaufen. So ein Akku kostet zwischen 360 und 700€. Unverschämt!

So ein Akku besteht aus einer Ansammlung von LiIon-Akkus im Format 18650. So eine LiIon Zelle liefert 3,7 Volt bei 2500 bis 3000 Milliamperestunden. Bei Pollin kostet eine dieser Zellen €4,50. Dabei muss man natürlich bedenken das Pollin sich noch eine Marge von 10-20% aufgeschlagen hat. Ein Pedelec Akkupack kann eine Spannung von 36 Volt bereit stellen und man sollte für eine gute Fahrt eine Kapazität von wenigstens 11,6 Amperestunden haben. Das heißt man muss zehn der 18650-Zellen hintereinander Schalten und diese zehn Zellen fünfmal parallel Schalten um die Kapazität zu erhalten. Insgesamt also 50 Zellen. 50 mal 4,5€ macht 225€ ohne Mengenrabatt!

E-Roller

Nun 25 km/h, strampeln und trotzdem viel Geld zahlen, naja. Und E-Bikes fahren sind eigentlich keine Fahrräder mehr sondern Mofas also Motorräder mit Pedalen, plus Kosten. Dann kann ich auch gleich einen Roller fahren natürlich elektrisch. Das hab ich auch schon gemacht. Den Artikel findet ihr hier: Driving Unu.


Bildmaterial
E-Board: Lizensiert mit CC-BY-SA von Soar Boards (www.soarboards.com)
Pedelec: Gemeinfrei veröffentlich von KTM.

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