Trippin

A saturday at Tesla’s

Ich hatte am Freitag abend auf Facebook gesehen das Tesla ein Store und Service Center in Berlin eröffnet hat (mit Einweihnungsevent am Freitag und Samstag) und dachte mir da musst du mal hin. Hätte mich auch für eine Probefahrt schon online Anmelden können, aber dachte mir: „nee machste spontan“.

Also meine Nikon D3100 geschnappt und ab in die S-Bahn bis Grünbergerallee, das ist eine Station vor Berlin-Schönefeld Flughafen.

Von der Station gehts am Meininger Airport Hotel vorbei zu einem Gewerbegebiet wo bisher aber nur ein Block steht. Da ist dann Tesla Sales Berlin.

Als ich ankam viel mir erst mal auf das es gar nicht so voll war wie erwartet. Ich wurde sofort freundlich begrüßt und gefragt ob ich denn schon Angemeldet bin. Aber kein Problem, hauptsache der Führerschein passt, kurz im iPad Mini vom Tesla eingetragen und schon gings eigentlich los, und da war ich keine fünf Minuten da.

Am Anfang natürlich erst mal eine Vorstellung des Fahrzeugs. Der Tesla Model S (wie „Der Wagen“ oder „Das Model S“? Schreibt es in die Komentarbox unten) sieht aus wie ein Jaguar F-Type mit zwei Türen mehr, die Front erinnert auch etwas an Aston Martin DB9 oder einen Maserati Quadroporte. Ich kannte das Auto bisher nur aus Internetvideos und war erst mal von der größe Überrascht. 4,90 lang, 1,90 breit, 1,40 hoch. Das entspricht etwa einem 5er BMW, fast schon ein bisschen zu groß finde ich.

Der Tesla Model S den ich fuhr, war die Performance Version P85+. Mit einem 85kWh Li-Ion-Akku. schwarze Lackierung, Panoramadach, und schwarzem Napa-Leder im inneren.

Mit der coolen Fernbedienungsschlüssel wurde der „Frunk“ (von Front Trunk – Vorderer Kofferraum) geöffnet – viel Platz. Dann kamen wir zum Kofferraum hinten, mit Ladekabeladaptern, denn das in Europa weicht von dem amerikanischen ab (ist größer). Im Kofferraum sind auch die zwei einbaubaren Jumpseats für Kinder (belastbar bis 35 kg) womit man insgesamt 7 Sitze hätte. Dann erst mal in den Wagen gesetzt. Die Scheibe ist weit nach hinten gezogen, aus aerodynamischen Gründen, und obwohl sie ziemlich groß ist ist durch die Schräge das Sichtfenster gewöhnunsbedürftig, wenn man sonst nur Ford Galaxy, Smart oder Mercedes-Benz Vito fuhr. Die Sicht ist jedoch einwandfrei.

Als nächstes wurde der 17″ Touchscreen vorgestellt, der anstatt einer Bedienkonsole mit tausenden Knöpfen, zwischen Fahrer und Beifahrer befindet. Einfach großartig, Fahrwerk, Schiebedach, Radio, Navigation, Rückfahrkamera und sogar einen Browser lässt sich darüber steuern. Auch Fahrverhalten wie Rekuperation oder Kriechmodus (Creepmode d.h. wenn man von Neutral auf Drive schaltet rollt man immer langsam vorwärts, gut im Stau, oder wenn man am Berg steht). Dann wurde mir noch die Funktion der Lenkradknöpfe erklärt.

Dann einschalten, durch das drücken der Bremse. Hebel von Neutral auf Drive gestellt und los gings. Der Wagen ist wirklich sehr leise, so das ich am Anfang sehr vorsichtig fuhr da ich ein wenig schiss hatte das man uns nicht hört. Außerdem wusste ich ja das die Beschleunigung ziemlich krass sein könnte und woltle nicht sofort los schießen (den Abwürgen kann man ja nicht). Am Anfang nutze ich noch relativ häufig die Bremse und merkte das es dann relativ kurze Bremswege waren, da der Motor, sobald man vom Gaspedal (sorry ich meine Beschleunigungspedal) geht, als Generator arbeitet und zusätzlich bremst. Ich hab mir ziemlich schnell angewöhnt nur noch an Ampeln die Bremse zu drücken, und sonst eigentlich nur über die Rekuperation zu bremsen (das Bremslicht geht dabei übrigens ebenfalls an). Wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor muss man das Pedal kontroliert drücken wenn man die Geschwindigkeit halten möchte, das halten der Geschwindigkeit ist also ein Balanceact. Gibt man weniger Input als für für die Geschwindigkeit benötigt, hat man kurz die Rekuperation, also das Aufladen des Akkus und dann ganz normal konstante Beschleunigung. (also wenn es keinen Luftwiderstand gäbe Beschleunigung = 0). Heißt wenn man nicht mehr so stark drückt oder loslässt gleitet man nicht mehr weiter, sondern bremst. Es gibt allerdings einen Tempomat den man einschalten kann um den rechten Fuß zu entspannen.

Die Route (14,6 km)

Das Handling vom Tesla Model S ist angenehm, durch das flache Batteriepack im Boden, ist der Schwerpunkt schön tief was man angenehm in den Kurven spürt. Und dann ist da einfach alles was ein elektromotor aus macht. Hohe effizienz [96% – Diesel 35% (abzüglich Getriebe, Kupplung, Differenzial)], Hohes Drehmoment ab bei Null Umdrehung die Minute. Ich hab die Beschleunigung nicht wirklich ausgereizt, aber atemberaubend, wie es einen in den Sitz presst. Von Null auf 100 in 4,4 Sekunden laut Datenblatt. Ein Porsche Panamera (Sport Edition) braucht 4,5.

Auch sehr angenehm, geringe Geräuschemissionen. Das Radio kann man leise lassen. Man kann sich angenehm unterhalten, was der Tesla Mitarbeiter auch macht. Ehrlicher Chitchat über Autos allgemein, Elektroautos und auch ehrlich bei den Kosten. Der Tesla Mechaniker hofft auf den Tesla Model E, der preislich bei 30 k€ sein soll. Der Tesla Model S fängt in den USA bei 70 k$ an. Aber bei den Probefahrten geht es eh um Word of Mouth und Akzeptanz von E-Mobilen. Mir fiel sofort auf, das es im städtischen Straßenland viel zu wenig Lademöglichkeiten gibt und es hat nun mal nicht jeder eine Garage.

Dennoch: Einmal voll aufgeladen kommt man ziemlich weit, 500 km nach NEDC, realistisch sind eher 400 bis 450 km. Es ist allerdings ratsam den Akku zu schonen diesen und auf 60-80% zu laden. Alles machbar über das Batteriemanagement vom Auto, einstellbar in der Mittelkonsole. Das Auto kümmert sich auch selbst darum den Akku ggf. zu kühlen oder mit der vergleichsweise geringen Abwärme des Motors zu heizen, um die Lebensdauer zu erhöhen (Die Garantie für den Akku beträgt 8 Jahre).

Und natürlich Fotoshooting nach der Fahrt (Danke noch mal an den Mitarbeiter.)

Danach noch ein wenig in Tesla Store umgesehen: Der Laden wird sehr minimalistische Gehalten es gibt einen Schreibtisch und paar Stehtische. Ein Auto und eine Wand mit Bestellkonfigurator als Touchscreen. Dazu liegen die lackierte Bleche, verschiedene Felgen und die bestellbaren Leder und Textilsorten bereit. Im hinteren Bereich gab es noch Schnittchen, Wraps, belegte Bagels mit Lachsschinken, Säfte und Softdrinks. Auf dem Hof standen noch weitere Tesla Model S herum in verschiedenen Konfigurationen. Und sogar Roadsters.

Der Tesla Roadster basiert auf der Plattform vom Lotus Elise. Mit dem Verkauf des Roadsters wurden die Entwicklung der Model S Reihe finanziert. Das Ding ist flach. Ein Meter und zehn Zentimeter. So hoch ist üblicherweise eine Türklinke an einer gewöhnlichen Haustür. Aber man sieht halt das es ein fremdes Chassis ist. Ist persönlich nicht ganz so mein Ding.

Was man auch noch sehen kann sind die doppelten Bremsbeläge an der Hinterachse beim Model S. Die kleinere davon ist die Feststellbremse. Dann gibt es auch Felgen die aerodynamisch günstig abgedeckt sind. Das ist möglich da erwartet wird das mehr über die Rekuperation gebremst wird, und die Bremsen daher keine kühlende Belüftung benötigen.

Insgesamt ein gelungener sonniger Samstag Nachmittag. Feststeht: Ich werde mir nie ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen.

Ende meines Fanboy-Artikels 😀

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