2014 war ein gutes Jahr. Abschluss – Arbeit – Auszeit. Zeit für einen abschließenden Post über 2014


Nun Bachelor of Engineering

Nun ein Bachelor of Engineering

Im Februar war dann der lang ersehnte Abschluss da! Nach dem ich bereits im Dezember 2013 meine Bachelor Thesis abgab, wurde zum 4.2.2014 meine Verteidigung angesetzt.

Nach dem ich meine Abschlussarbeit verteidigte und exmatrikuliert wurde, fiel mir erst mal ein Stein vom Herzen. Ich musste sofort meine Mutter anrufen. Die frohe Botschaft war da. Ich habe nun einen Studienabschluss, und wer hätte damals schon damit gerechnet. Als man in der Grundschule sagte das wohl nur die Hauptschule drin sei. Klar mein Abitur war nicht das beste, aber das macht das Ergebnis meines Studium eigentlich nur noch schöner.

Es ist wichtig Dinge zu Ende zu bringen. Und es ist gut zu wissen das nach 4 Jahren auch dieser Abschnitt vorbei ist.


Mit dem Abschluss ging es dann auch nahtlos in den Job über, ich bin jetzt Konstrukteur bei der „Nr. 1 für Robotik und Bildverarbeitung“. Das erste mal richtig Geld verdienen, und zwar nicht als Minijob ist auch viel besser. So kann ich was zur Tilgung meiner Studienkosten beseite legen. Außerdem ermöglicht es Tanzkurse oder Reisen zu buchen.


Im April/Mai habe ich wieder angefangen Salsa zu tanzen, später kam dann sogar noch Kizomba dazu. Das hat dann zu drei Effekten geführt:

  1. Keine langweile zu Hause. Sowas gibt es nicht mehr. Ich spiele viel weniger Computerspiele.
  2. Susu und ich haben nun ein super tolles gemeinsames Hobby. So sehen wir uns viel häufiger.
  3. Ich lerne allgemein viele neue Leute kennen. Jetzt wo die Schul- und Uni-Freunde verstreut haben.

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In einem der kleinen Paläste rund um den Hoan Kiem See in Hanoi

Im November bin ich mit meinem Vater nach Hanoi geflogen. Es war ein unglaubliches Erlebnis, nach dem zuletzt vor 14 Jahren dort war.

Als 25 jähriger sieht man das ja auch alles anders als mit 11. Es ist erstaunlich, wie sich das Land in den letzten Jahren gewandelt hat. Manche Sachen sind natürlich gleich geblieben, wie die die Massen von spritsparenden Honda Viertakter-Mopeds. Und das es bisschen chaotischer wird. Aber wenn man sich ein wenig zurücklehnt merkt man das alles seinen Weg geht.

Für mich war diese Reise sehr wichtig, ich sammelte viele neue Erfahrungen, vom Essen, Früchte, Kultur und habe besonders die Herzlichkeit der Leute kennengelernt. Freunde haben mich zum Tanzen gefahren, oder mich abgeholt wenn wir Café trinken wollten. Die Gastfreundschaft dort ist überwältigend, die Leute geben alles.

Auch wenn ich noch so gut wie gar nicht die Sprache spreche, wurde ich super aufgenommen. Das erste mal fühlte es sich so an, dass ich irgendwo dazu gehöre. Mal nicht den Namen buchstabieren. Ich glaube das diese Reise wirklich gut für das Selbstbewusstsein war. Dort merkte ich, dass ich drüben auch eine ganze andere Attraktivität habe. Hoffentlich hab ich das mit nach Deutschland mitgenommen. Natürlich war es auch Urlaub, ich war erholt und sah blendend aus. Aber es ist schon ein Unterschied in Europa einfach mal kaum Matches1Ein gegenseitiges Gefällt-Mir der Profilfotos auf Tinder2das ja ausschließlich auf dem Profilfoto basiert, mehr Auswahlkriterien gibt es ja nicht zu haben und in Vietnam die gleiche Anzahl Matches binnen Stunden zu erreichen.

Daher hab ich jetzt angefangen die Sprache zu lernen, und konsumiere mitlerweile deutlich mehr mehr asiatische oder asiato-amerikanische3von anderen aus der asiatischen Diaspora Medien. Ich esse häufiger authentisches asiatisches Essen, das ich sehr gut vertrage, und mir gefällt das man zwar immer etwas Fleisch isst, aber eigentlich auch noch viel mehr Gemüse.

Natürlich bleibt man ja auch Europäer, aber ich glaube eine ganz neue Seite (an mir) entdeckt habe. Und mitlerweile habe ich auch hier viele Freunde und Bekannte, die das eher Schätzen als dumme Witze drüber zu reißen. Ich bemerke das immer, wenn schon die Deutschen einem sagen, ist doch echt schade sei das man nicht vietnamesisch sprechen kann.


Das war mein 2014 in vier Punkten. Wahnsinn. Auf das 2015 mindestens genauso gut wird.

Fußnoten

Fußnoten
1 Ein gegenseitiges Gefällt-Mir der Profilfotos
2 das ja ausschließlich auf dem Profilfoto basiert, mehr Auswahlkriterien gibt es ja nicht
3 von anderen aus der asiatischen Diaspora

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